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Aufstiegs-BAföG-Reform 2026/27: Was sich ändert – und warum du trotzdem nicht warten solltest



Das Bundeskabinett hat am 15. Juli 2026 eine Reform des Aufstiegs-BAföG beschlossen. Mehr Geld für Lehrgangsgebühren, ein höherer Darlehenserlass, Arbeitgeberzuschüsse werden nicht mehr angerechnet. Klingt nach guten Gründen, mit der Fortbildung noch zu warten. Sind es aber nicht. Wir haben es für unseren Bachelor Professional in IT durchgerechnet – der Unterschied liegt bei 493 Euro.

Was sich ändern soll

Übersicht der Anpassungen

Förderfähige Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
bisher
bis 15.000 €
geplant
bis 18.000 €
Förderung des Meisterstücks
bisher
bis 2.000 €
geplant
bis 4.000 €
Darlehenserlass bei bestandener Prüfung
bisher
50 %
geplant
60 %
Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende
bisher
150 € / Mon.
geplant
160 € / Mon.
Anrechnung von Arbeitgeberzuschüssen
bisher
ja
geplant
entfällt


Besonders der letzte Punkt ist für Berufstätige interessant: Wer vom Arbeitgeber einen Zuschuss zur Fortbildung bekommt, muss sich diesen künftig nicht mehr auf die Förderung anrechnen lassen.

 

Das entscheidende Datum: 1. August 2027

Die Reform tritt nicht in diesem Jahr in Kraft. Geplant ist der Start zum 1. August 2027, passend zum Beginn des Fachschuljahres.

Und auch das ist noch nicht sicher. Bisher gibt es einen Kabinettsbeschluss – das parlamentarische Verfahren in Bundestag und Bundesrat steht noch aus. Änderungen im Detail sind bis dahin möglich.

Bis das neue Recht gilt, bleibt alles beim Alten.

 

Vorsicht: Im Netz kursieren falsche Termine

Seit dem Frühjahr sind mehrere Beiträge im Umlauf, die ein Inkrafttreten zum 1. Oktober 2026 behaupten, teilweise verbunden mit einem angeblich steigenden Zuschussanteil oder einer wegfallenden Altersgrenze.

Das ist falsch, und zwar in drei Punkten:

  • Der Termin. Geplant ist der 1. August 2027, nicht Oktober 2026.
  • Der Zuschuss. Die 60 Prozent beziehen sich auf den Darlehenserlass nach bestandener Prüfung, nicht auf den direkten Zuschuss von 50 Prozent auf die Lehrgangskosten.
  • Die Altersgrenze. Beim Aufstiegs-BAföG gibt es gar keine. Gefördert wird unabhängig vom Alter. Die 45-Jahre-Grenze stammt aus dem Studierenden-BAföG und hat mit dem AFBG nichts zu tun.

Wer auf Basis dieser Angaben seine Fortbildung verschiebt, wartet auf etwas, das es so nicht gibt.

 

Warten mit dem Antrag hilft nicht – das ist der eigentliche Punkt

Viele denken, es reiche, den Förderantrag später zu stellen. Das ist ein Missverständnis.

Das AFBG regelt Übergänge in § 30, und maßgeblich ist dort traditionell der Beginn der Maßnahme, nicht das Antragsdatum. Bei der letzten großen Novelle 2020 galt: Für Fortbildungen, die vor dem Stichtag begonnen hatten, blieb das alte Recht anwendbar. Auch die Gerichte stellen in AFBG-Verfahren auf den Maßnahmebeginn ab.

Wenn die kommende Reform dem gleichen Muster folgt – und dafür spricht einiges –, bedeutet das:

Wer seinen Kurs vor dem Stichtag beginnt, wird nach altem Recht gefördert. Unabhängig davon, wann er den Antrag stellt.

Wer wirklich von den neuen Sätzen profitieren wollte, müsste also nicht den Antrag verschieben, sondern den Beginn der Fortbildung selbst – um rund ein Jahr.

Die konkrete Übergangsregelung für diese Reform steht allerdings noch nicht fest. Sie wird erst mit dem fertigen Gesetz feststehen.

 

Was das konkret bedeutet: unser Bachelor Professional in IT

Rechnen wir es an unserem eigenen Lehrgang durch. Die Teilnahmegebühr beträgt 9.860 Euro.



Rechenbeispiel

Vergleich: heute vs. nach der Reform

Lehrgangskosten
heute
9.860 €
nach der Reform
9.860 €
Direkter Zuschuss (50 %)
heute
−4.930 €
nach der Reform
−4.930 €
Restbetrag als KfW-Darlehen
heute
4.930 €
nach der Reform
4.930 €
Erlass nach bestandener Prüfung
heute (50 %)
−2.465 €
nach der Reform (60 %)
−2.958 €
Dein Eigenanteil
heute
2.465 €
nach der Reform
1.972 €
Förderquote insgesamt
heute
75 %
nach der Reform
80 %


Der Vorteil der Reform beträgt 493 Euro.

Die Anhebung der Förderobergrenze auf 18.000 Euro bringt dabei gar nichts, weil unsere Lehrgangskosten ohnehin deutlich unter der bisherigen Grenze von 15.000 Euro liegen. Das gilt für die meisten IHK-Aufstiegsfortbildungen.

Und der höhere Erlass wirkt nur, wenn du das KfW-Darlehen tatsächlich in Anspruch nimmst. Wer die zweite Hälfte aus eigener Tasche zahlt, hat von der Änderung nichts.

 

Und was kostet das Warten?

Der Bachelor Professional in IT dauert bei uns 15 Monate berufsbegleitend. Wer den Start um ein Jahr schiebt, ist ein Jahr später fertig – und verdient ein Jahr länger das alte Gehalt.

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das Einstiegsgehalt nach dem Abschluss bei 5.559 Euro brutto im Monat, im Durchschnitt bei 6.913 Euro.

Rechne selbst mit deiner realistischen Gehaltssteigerung:

  • 200 Euro mehr im Monat: Der Reformvorteil von 493 Euro ist nach zweieinhalb Monaten aufgebraucht. Ein Jahr Verzögerung kostet dich 2.400 Euro.
  • 400 Euro mehr im Monat: Der Vorteil ist nach sechs Wochen weg. Ein Jahr Verzögerung kostet 4.800 Euro.

Dazu kommt, was sich nicht in Euro rechnen lässt: die Position, die in einem Jahr vielleicht besetzt ist. Das Projekt, das ohne den Abschluss an jemand anderen geht.

493 Euro gespart, ein Jahr Karriere verschenkt. Die Rechnung geht nicht auf.

 

Was heute schon gefördert wird

Das aktuelle Aufstiegs-BAföG ist bereits stark – und vielen ist gar nicht klar, wie stark:

  • Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis 15.000 Euro werden gefördert. Die Hälfte davon ist ein Zuschuss, den du nicht zurückzahlst.
  • Bei bestandener Prüfung werden 50 Prozent des noch nicht fälligen Restdarlehens erlassen. Genau deshalb lohnt sich das Darlehen für die meisten.
  • Einkommensunabhängig. Der Maßnahmebeitrag wird unabhängig von deinem Gehalt gefördert.
  • Ohne Altersgrenze.
  • Auch berufsbegleitend und in Teilzeit möglich.
  • Auf allen Fortbildungsstufen – vom Berufsspezialisten über den Bachelor Professional bis zum Master Professional.

Bei unserem Bachelor Professional in IT bleibt so ein Eigenanteil von 2.465 Euro – für einen Abschluss auf DQR-Niveau 6, gleichwertig mit einem akademischen Bachelor.



Sollte ich meinen Antrag bis 2027 aufschieben?

Nein. Übergangsregelungen im AFBG knüpfen traditionell an den Beginn der Fortbildung an, nicht an das Antragsdatum. Ein späterer Antrag für einen früher begonnenen Kurs bringt dir die neuen Sätze nicht.

Dann müsste ich die Fortbildung selbst später beginnen?

Ja – und genau da wird es teuer. Bei unserem Bachelor Professional in IT stehen 493 Euro Vorteil einem Jahr späterem Abschluss gegenüber.

Gilt die Reform rückwirkend für laufende Fortbildungen?

Das regelt erst das fertige Gesetz. Bei der Novelle 2020 blieben laufende Maßnahmen weitgehend im alten Recht, einzelne Neuerungen galten aber auch für sie. Verlassen kann man sich darauf noch nicht.

Kommt die Reform sicher?

Der Kabinettsbeschluss ist gefasst, Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen. Details können sich im Verfahren ändern.

Wo stelle ich den Antrag?

Beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung deines Bundeslandes – nicht bei der Agentur für Arbeit. Das Aufstiegs-BAföG ist Ländersache. Wir unterstützen dich dabei.

Wird der Bachelor Professional in IT gefördert?

Ja. Alle Fortbildungsstufen nach Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung sind förderfähig. Bei uns sinkt der Eigenanteil dadurch von 9.860 Euro auf 2.465 Euro.



Unser Rat

Die Reform ist eine gute Nachricht – für alle, die 2027 oder später starten. Für alle anderen ist sie kein Grund zu warten.

Und es gibt einen Grund, gerade jetzt nicht zu zögern: Die IHK-Prüfung wird nur einmal jährlich angeboten, und die Plätze pro Termin sind begrenzt. Wer ein Jahr wartet, wartet in Wahrheit oft länger.

Wenn du unsicher bist, wie sich die Förderung in deinem Fall rechnet, sprich mit uns. Wir rechnen deine persönliche Förderhöhe gemeinsam durch.




Über S&N talents


S&N talents ist deine Akademie für berufliche Qualifikationen mit Fokus auf Weiterbildung, Umschulung und Experten-Seminare. Als etablierte Bildungseinrichtung in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern begleiten wir seit über 30 Jahren Menschen und Unternehmen auf ihrem Weg zum Erfolg. Unsere Angebote sind flexibel in Präsenz, hybrid oder online verfügbar und richten sich an Menschen, die sich gezielt weiterqualifizieren wollen.

Mehr erfahren: www.suntalents.de


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